Unser Blättchen, Reinhardshagen Ausgabe vom 16.03.2007


1.Herren rücken nach Sieg über Besse auf Rang 4 vor
Talfahrt für 2.Herren geht weiter
3.Herren bleiben auf Meisterschaftskurs
TT International Teil II

1. Herren (Verbandsliga)
TSV Besse - VfL 4:9

Mit dem 9:4 beim TSV Besse rückte der VfL vorbei an Rot-Weiß Leimsfeld auf den 4.Rang der Verbandsliga, beseitigte endgültig alle theoretischen Zweifel am Klassenerhalt und stürzte den Gastgeber dafür umso tiefer in den Abstiegsstrudel.

Der Start in die Partie verlief aus Veckerhäger Sicht recht holprig. Ausgerechnet Uwe Lotze und Martin Schweinberger gelang ihr erster Erfolg gegen Beck/Talmon, während Fischer/Mascher und Vater/Sittig wirklich schlecht spielten und verdient verloren.

In den Einzeln wendete sich jedoch das Blatt: Uwe Lotze und Frank Fischer hatten die Lage gegen Beck und Günther weitgehend im Griff und brachten den VfL in Führung. Jörg Vater und Michael Mascher bauten diese mit gut herausgespielten Erfolgen über Michael Pfaff und Stefan Talmon auf 5:2 aus. Martin Schweinberger spielte gegen den jungen Abwehrspieler Eike Engelbrecht, der in dieser Saison mit tollen Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hat, ganz ausgezeichnet und gewann überraschend problemlos mit 3:0 Sätzen. Boris Sittig plagte sich unterdessen mit erheblichen Knieproblemen und erreichte nie das Niveau der letzten Wochen. Er wird sich demnächst einer Operation unterziehen und in den letzten Spielen der Serie geschont.

Es wurde noch einmal eng: Uwe bekam gegen Günther keinen Fuß auf den Boden und Frank tat sich parallel dazu furchtbar schwer gegen den jungen Beck. Er konnte das Ruder aber noch rumreißen und erhöhte auf 7:4. Es war der starken Mitte mit Jörg und dem immer besser werdenden Michael vorbehalten, den Sack zuzumachen. Jörg störte Talmon mit seiner Rückhand und vollendete zumeist mit einem kräftigen Vorhandschuss, während Michi wie ein Irrwisch um den Tisch sauste und Pfaff in den Sätzen zwei bis vier nur noch in die passive Rolle drängte.

Der sechste Saisonsieg (bei fünf Unentschieden) war perfekt.

Jörg Vater in guter Form!
Martin Schweinberger berichtet aus Irland
Jörg Vater in guter Form!
Martin Schweinberger berichtet aus Irland


2. Herren (Bezirksliga)
Lohfelden - VfL / 9:6

In Lohfelden fehlte Lukas Friedrich und da Kolja Frey als stolzer Papa von Alexis Oliver (der VfL gratuliert recht herzlich) mittlerweile unabkömmlich ist und die Dritte parallel ein wichtiges Spiel hatte, trat die Zweite zu fünft an. Ein unerfreulicher Zustand, der diese Rückserie leider gut widerspiegelt. Man kann sich glücklich schätzen, in der Hinserie so viele Punkte gesammelt zu haben.

Trotz des erwähnten Handicaps schlugen sich die VfL´er tapfer und kamen in die Nähe eines Punktgewinns. Iradj Kaiabakht gewann hinten beide Einzel, dazu kamen Erfolge von Martin Roggenthien gegen Abwehr-As Manni Werner, Thomas Reum gegen Peter Schader und Uwe Wilhelmy gegen Dornemann. Außerdem war das Doppel Reum/Roggenthien zu Beginn siegreich.

Obwohl der Klassenerhalt gesichert ist, sollte man versuchen, in den ausstehenden vier Partien noch zu punkten um mit einem halbwegs guten Gefühl aus der Serie zu gehen.


3. Herren (1. Kreisklasse)
VfL - Gottsbüren - VfL / 9:1

Erfreulicher stellt sich die Entwicklung der 3.Herren dar, die geradewegs auf dem Weg zurück in die Kreisliga ist. Der (noch) Tabellenzweite Hassia Gottsbüren stellte keinen ernsthaften Prüfstein dar, zumal er stark ersatzgeschwächt angereist war. Der in dieser Klasse konkurrenzlos starke Tim Eliseev befindet sich im Dienste des Vaterlands im Kosovo und auch ein weiterer Spieler musste ersetzt werden. Leichtes Spiel für Klaus Vater & Co. – da fiel auch der Ausfall des erkrankten Pascal Drubel nicht ins Gewicht. Er wurde hervorragend durch Günther Hupka ersetzt, der nach schwerer Krankheit nach 15 Monaten sein Comeback feierte. Dass er so gut spielte freut uns, noch mehr freut uns, dass es gesundheitlich bei ihm weiter aufwärts geht und dafür drücken wir ihm von Herzen alle Daumen.

Die Gäste wehrten sich tapfer, standen aber letztlich auf verlorenem Posten, da Veckerhagen durchgängig besser besetzt war. Die Dritte rangiert mit nunmehr 29:3 Zählern auf Rang 1 der 1.Kreisklasse, nur noch ernsthaft vom TSV Carlsdorf verfolgt. Da jedoch zwei Teams aufsteigen dürfen, deutet ales in Richtung Kreisliga hin.

Es punkteten: Klaus Vater (2), Rolf Summa, Robert Wrobel, Mathias Fiedler, Michél Gerke, Günther Hupka und zwei Doppel.


Jugend (Bezirksliga)
KSV Auedamm – VfL / 6:0
SVH Kassel – VfL / 6:0

Leider ist unsere Jugend in der Bezirksliga weiterhin weit davon entfernt, Siege feiern zu können.

Gegen die Kasseler Vereine SV Harleshausen (Tabellen-1.) und SV Auedamm (Tabellen-3.) reichte es für Conny Gerke, Sascha Rolle, Terence Thias und Andreas Gerke nur zu vereinzelten Satzgewinnen. Mehr dürfte demnächst gegen die beiden Witzenhäuser Clubs aus Unterrieden und Ermschwerd drin sein.Sven Vogeley trug zum Sieg über Breitenbach bei


2. Schüler (1.Kreisklasse)
VfL - Breitenbach / 6:4

Erfreuliches gibt es von unseren Schülern zu berichten: Gegen den TSV Breitenbach gelang ein knapper, aber dennoch verdienter 6:4-Erfolg.
Daniel Bendel erweist sich als deutliche Verstärkung: Er gewann beide Einzel und auch sein Doppel, zusammen mit Sven Vogeley, der ein Einzel für sich entschied. Nora Andritzke hatte ebenfalls ein gutes Händchen und steuerte die zwei fehlenden Zähler bei.


Erfahrungsbericht von Martin Schweinberger - Tischtennis in Irland

Man könnte meinen, dass wegen des zugegebenermaßen für Kontinentaleuropäer’ gewöhnungsbedürftigen und sprichwörtlichen Niesel- und Regenwetters Hallensportarten wie Tischtennis einen guten Stand in Irland hätten. Doch leider kann unser geliebter Sport rund um den kleinen Celluloidball den großen drei des irischen Sports’ Hurling, Gaelic Football und Football oder Soccer (liebevoll Footi genannt) nicht das Wasser reichen und führt ein eher bescheidenes Nischendasein. Um es kurz zu sagen: Tischtennis hat in Irland in etwa den gleichen Status wie Hallenhalma hierzulande. Um so erstaunlicher ist es, dass das Niveau relativ hoch ist und unter den wenigen Tischtennisspielern der größte Teil zwischen Spielstärken von Bezirksliga bis Verbandsliga variiert. So gab es in Galway, einer 60.000 Einwohner zählenden Stadt an der irischen Westküste und zugleich der regenreichsten Stadt Europas, nur zwei bis drei Tischtennisspieler die regelmäßig und auf besserem Niveau trainierten – jedoch waren diese wenigen Spieler neben ihren Qualitäten als Trainingspartner in menschlicher Hinsicht eine wahre Bereicherung.

Eine erwähnenswerte Besonderheit des irischen Tischtennis ist, dass die Teilung Irlands in die südliche Republik und den zu Großbritannien zählenden Norden beim Tischtennis keine Rolle spielt. Irland ist zumindest im Sport wieder vereint (ausgenommen beim Football, da man Krawalle zu verhindern versucht). Ähnlich der deutschen Aufteilung der Bundesländer in Bezirke, ist Irland in Provinzen unterteilt, die sich in ihren Spielstärken und in ihrem Spielbetrieb sehr voneinander unterscheiden. So gibt es zwar Ligen, jedoch nicht in allen Provinzen – insbesondere nahe der größten Stadt Irlands, Dublin, hat sich ein Ligensystem gebildet, auch weil sich hier eine größere Anzahl an Spielern findet – immerhin leben etwa ein Viertel der irischen Bevölkerung in und um Dublin herum. Im Gegensatz hierzu waren Spieler und Möglichkeiten im Westen Irlands bescheidener. In der westlichen Provinz Connach gibt es zum Beispiel nur eine Liga auf unterm Niveau in der die besseren Spieler dieser Provinz nicht mitspielen. Die besten acht Spieler Connachs treffen sich hingegen einmal im Monat um ein Ranglistenturnier auszutragen und, um gleich zu einer weiteren, sehr liebenwerten Eigenschaft des irischen Tischtennis zu kommen, um den Sport mit Geselligkeit zu verbinden.

Der relativ geringen Anzahl der Spieler geschuldet ist die sehr familiäre und herzliche Atmosphäre. Man wird schnell in die Tischtennisgemeinschaft aufgenommen und spürt sofort die berühmte irische Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die einen für das trübe Wetter entlohnt, spätestens wenn einem nach dem ein oder anderen Pint nach dem Training das Wetter egal geworden ist.

Auf Provinz übergreifender Ebene finden einige Male im Jahr All-Irland’ Turniere statt, meist in den größeren Städten und Tischtennis Hochburgen Dublin, Cork, und Belfast. Insbesondere in Dublin an der UCD (University College Dublin) und in Belfast wird seit einigen Jahren intensive und erfolgreiche Jugendarbeit geleistet, vergleichbar mit den deutschen Leistungszentren und Jugendkadern. Dieser Nachwuchsförderung ist es zu danken, dass etwa 15 der besten 20 Spieler Irlands noch Schüler und Jugend spielen können.

Als Fazit kann ich durchaus sagen, dass mir das Tischtennis spielen in Irland viel Spaß gemacht hat, ich sehr begeistert von der irischen Freundlichkeit heimgekehrt bin und auch nach meinem Aufenthalt Kontakt mit einigen Spielern halte. Besonderer Dank gilt Terry Dolan und Robert Gavin, ohne die ich in Irland nicht hätte spielen können.


           

VfL Veckerhagen- ã Uwe Lotze - ã Jörg Vater -  letzte Bearbeitung: 25.03.2007