Rückzug - 1.Herren Bezirksoberliga



Der VfL Veckerhagen hat, für die allermeisten sicherlich sehr überraschend, am 19.10.2008, seine erste Herrenmannschaft aus der Tischtennis-Bezirksoberliga zurückgezogen.

Damit fand ein nahezu 20-jähriger Boom unserer Sportart in der Gemeinde Reinhardshagen ein jähes – und durchaus auch schmerzhaftes – Ende. Ausgehend von der Kreisliga, folgten diverse Aufstiege über Bezirksklasse, Bezirksliga und Bezirksoberliga um 1999 erstmals die Verbandsliga, die höchste nordhessische Spielklasse, zu erreichen. Damit nicht genug: In den Jahren 2000 und 2002 gelangen jeweils Meisterschaft und Aufstieg in die Hessenliga, aus der man jedoch zweimal nach einer Spielzeit wieder absteigen musste. In den Folgejahren schnupperte das (immer wieder neu formierte Sextett) um Uwe Lotze das eine oder andere Mal wieder am Aufstieg, scheiterte jedoch. Immerhin gelang es bis ins Frühjahr 2008, die Verbandsliga zu halten.

Für Nostalgiker hier die Namen ehemaliger VfL´er in diesen Jahren (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): Malte Bartels, Alex Wiegmann, Michael Koch, Magnus Rockel, Wolfgang Reuber, Iradj Kaiabakht, Marco Stoll, André Schmidt-Hosse, Nicki Credner, Marcel Häfner, Boris Sittig, Thomas Reum. Zuletzt verließen Frank Fischer und Jan Gerhold den Verein um in der Ferne, in der Nähe, oder auch ganz ohne TT glücklich zu werden. Es ist unschwer zu erkennen: der Aderlass war einfach zu groß. Die Verbliebenen, namentlich Uwe Lotze, Michael Mascher, Carsten Jaensch, Martin Schweinberger, Martin Roggenthien, Uwe Wilhelmy und Jörg Vater waren zu Beginn der Serie durchaus guten Willens, sich in der starken Bezirksoberliga zu behaupten. Verschiedene berufliche und persönliche Entscheidungen bzw. Umstände verursachten jedoch nicht nur einen miserablen Saisonstart, sondern auch ein Gesamtgefühl, das Spieler und Verantwortliche jeden Spaß und auch den Mut verlieren ließen.

Man entschloss sich gemeinsam zu einem radikalen Schritt: Abmeldung vom laufenden Spielbetrieb nach nur fünf Saisonspielen. Dies ermöglicht den Spielern, die den Verein wechseln möchten, dies zur Rückserie zu tun und den Spielern, die zumindest eine Pause brauchen, eben diese zu erhalten.

Es drängt sich der oft strapazierte Satz „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende“ auf.

Natürlich stellt sich in solchen Momenten auch die Frage nach den Schuldigen für diese Negativ-Entwicklung. Aber diese scheinen schnell gefunden: Zum einen das Leben mit seinen unzähligen unvorhergesehenen Wendungen und zum anderen eben diejenigen, die auch „schuld“ waren am jahrelangen Aufstieg des TT-Sports in Reinhardshagen. Die Ehrenamtlichen, die hunderte und tausende von Stunden im Dienste der guten Sache geleistet haben.

Eins bleibt festzuhalten: Der VfL Veckerhagen hatte über all die Jahre die besten Fans und Zuschauer weit und breit. Überall wurden wir um unsere Anhänger beneidet, ihrer Zahl und ihrer Sympathiewerte wegen. Tausend Dank für die vielen gemeinsamen schönen Stunden in unserer Sporthalle!

Darüber hinaus jedoch war die Verankerung in der Gemeinde zu gering. Kaum ein Spieler wohnt und lebt noch vor Ort, einige kommen sogar für Kreisliga und Kreisklasse 20-30 Kilometer durch Wald und Wiese angefahren. Gleiches gilt für den Kreis der Verantwortlichen, der „Funktionäre“: Keine Organisation lässt sich dauerhaft von „außen“ steuern, aus Kassel, Hofgeismar oder Hannoversch Münden. Die wenigen verbliebenen Reinhardshäger, die zur Mitarbeit bereit waren, sind beruflich so eingespannt, dass Lust und Zeit immer mehr gegen Null tendierten.

Gute Ansätze in der Jugendarbeit verpufften – spätestens dann wenn der Studienplatz in Hamburg, Freiburg und Passau winkte, oftmals aber auch schon wenn die Erkenntnis reifte, dass mit dem gewünschten Spaß auch eine Menge Mühe und Anstrengung verbunden sind. Die bekannte Schulsituation trug ebenfalls ihren Teil zum Ergebnis bei.
Irgendwann war das Ende der Fahnenstange erreicht, ein gehobenes Leistungsniveau ist unter diesen Umständen nicht mehr aufrecht zu erhalten.

Wie geht es nun weiter?

Wir werden versuchen, den Tischtennisport in unserer Gemeinde nicht sterben zu lassen, die beiden Teams auf Kreisebene fortzuführen und auch weiterhin Jugendliche in den Erwachsenenbereich zu integrieren. Mit ein wenig Glück könnte dann in der Saison 2009/2010 wieder der Sprung in die Bezirksklasse glücken. Und dann würde sich der Kreis nach 20 Jahren endgültig schließen.

 


           

Redaktion und Berichterstattung - VfL Veckerhagen- Uwe Lotze - Jrg Vater -  letzte Bearbeitung: 20.10.2008